Fadenknäuel mit Kuchenstück

Die Gewinnerin des 2. Concours du Praliné à l’eau-de-vie steht fest: Ursula Schmid von der Confiserie Speck in Zug hat die Jury mit ihrer Kreation «Little Pear Crumble» überzeugt. Die weiteren Podestplätze gehen in den Thurgau und nach Zürich.

Von Lucas Huber

12. Oktober 2022

Genuss

Das Design einer Etikette hat grossen Einfluss darauf, wie gut sich eine Spirituose verkauft. Doch eine durchdachte Etikette schaut nicht nur ansprechend aus; in ihr steckt auch viel Persönlichkeit des Brenners. Oder, Christian Orator?

Durchdacht von a bis z

Durchdachte Produkte machen Freude. Bei Christian Orator, hochdekoriertem Edelbrandhersteller aus Pfungen, hat das Durchdachte einen ganz besonderen Stellenwert. Nicht nur, dass er wie kaum ein anderer auf Qualität setzt, rigoros und keine Kosten scheuend. Die elf Botanicals seines Gins etwa brennt er alle einzeln. Auch das Design seiner Etiketten ist bis ins kleinste Detail ausgeklügelt. 

Das Fadenknäuel
Christian Orator destilliert in der ehemaligen Produktionshalle der Weberei Eskimo. Die ist heute noch Herstellerin der Schweizer Armeedecken. Oder der feuerfesten Decken, die etwa in Flugzeugen gereicht werden, wenn die Flugpassagiere frösteln.

Mittlerweile produziert das Unternehmen in Fernost, doch das alte Areal in Pfungen ZH existiert noch immer. Hier hat er sich eingemietet. Und als Reminiszenz an die einstige Textilweberei findet sich ein Fadenknäuel auf den Etiketten des Orator-Sortiments.

Das Kuchenstück
Christian und Eva Orator sind bekennende Kunstfreunde, ihre Begeisterung ist weitum bekannt – und ihre Liebe in die Werke von Karl Schnetzinger tiefgreifend. Der Salzburger Künstler, der heute in Wien lebt, malt expressiv und spart nicht mit Farben. Und ebenjene Farben sind es, die dem Kuchenstück im Design der Orator-Etiketten ihr Aussehen verleihen, ausgesuchten Werken des Künstlers entlehnt. Natürlich mit dessen Genehmigung.

Die Farbe des Kuchenstücks widerspiegelt dabei die Produktlinie, rötlich sind etwa die Obstler, ein gedecktes Grün fasst die Gins zusammen, die Rumlinie – ganz ihrem hölzernen Ausbau entsprechend – wird durch ein Braun repräsentiert. Wobei Orator auch einen Weissen Rum im Sortiment führt. Für den Maler ist die prominente Verewigung auf den Flaschen der Orators nicht nur eine schöne Wertschätzung; das Brennereipaar setzt dem Künstler damit auch ein schönes Denkmal.

http://www.schnetzinger.com

https://www.orator.ch/de/

Kontakt

Orator AG
Destillerie für edle Spirituosen und feine Anlässe
8422 Pfungen
Tel. +41 52 301 05 68
info@orator.ch

DIE GEWINNERIN

Ursula Schmid hatte bereits an der ersten Austragung des Wettbewerbs im Jahr 2022 teilgenommen. Sie belegte damals den zweiten Platz. Erster wurde vor zwei Jahren ihr Produktionsleiter: Markus Waser. Das freut besonders Peter Speck, in dessen Confiserie in Zug beide arbeiten: «Ich bin sehr stolz auf die Leistung von Ursula Schmid!» Natürlich wird das Praliné ins Sortiment aufgenommen.

«Unser Herz schlägt für die Kirsche, aber wir können auch Birne!», meint er mit einem Schmunzeln. Die Schwyzerin Ursula Schmid freute sich sehr über den ersten Preis, umso mehr als sie nicht mit einem Sieg gerechnet hatte. Wenn Ursula Schmid von ihrem Beruf zu sprechen beginnt, spürt man ihre Leidenschaft. «Mir gefällt das Kreative. Hier kann ich dies ausleben! Es ist schön, kann ich mit den Kuchen, Torten und Pralinés den Menschen Freude bereiten.»

 

DIE RANGLISTE

1. Rang: Ursula Schmid von Speck Genuss AG in Zug mit «Little Pear Crumble»mit rotem Williams (40 % vol.) von der Brennerei Heiner’s Destillate in Zug.
Das Praliné überzeugt mit einer harmonischen und einzigartigen Verbindung von Ästhetik, Geschmack und Textur. Die Konsistenz vereint Knusprigkeit, Zartheit und Samtigkeit auf eine bemerkenswerte Weise. Darüber hinaus ist das Aroma perfekt ausgewogen.

 

2. Rang: Lucia Röllin von der Confiserie-Bäckerei Mohn AG in Sulgen (TG) mit «Poire W cristallisée» mit Brennmeister Willams, Möhl (40 % vol.) von der Mosterei Möhl in Arbon
Bei diesem Praliné steht die Willamsbirne im Mittelpunkt. Die süssliche und sanfte Note des Williamsbirnen-Aromas harmoniert perfekt mit der dunklen Schokolade.

 

2. Rang: Lucia Röllin von der Confiserie-Bäckerei Mohn AG in Sulgen (TG) mit «Poire W cristallisée» mit Brennmeister Willams, Möhl (40 % vol.) von der Mosterei Möhl in Arbon
Bei diesem Praliné steht die Willamsbirne im Mittelpunkt. Die süssliche und sanfte Note des Williamsbirnen-Aromas harmoniert perfekt mit der dunklen Schokolade.

 

Der Wettbewerb

Der Wettbewerb wurde zum zweiten Mal durchgeführt. Er wurde vom Schweizerischen Bäcker- Confiseurmeister-Verband (SBC – www.swissbaker.ch) und von DistiSuisse (www.distisuisse.ch), der wichtigsten Schweizer Spirituosen Prämierung, ins Leben gerufen. Initiant ist der renommierte Foodsensoriker und -journalist Patrick Zbinden.

Die Kriterien

Für den Concours du Praliné à l’eau-de-vie Williams durften ausschliesslich Williamsdestillate, die eaus Schweizer Rohstoffen hergestellt sind, verwendet werden. Die Jury beurteilte unter anderem das Äussere, das Aroma und den Geschmack sowie die Textur
der Pralinés. Darüber hinaus musste ein regionaler Bezug ersichtlich und das Storytelling nachvollziehbar sein.

Die Jury

  • Patrick Zbinden, Jurypräsident, Food-Journalist, unabhängiger Lebensmittel-Sensoriker und «Ambassadeur du pain et chocolat».
  • Victor Egger, AOP/DistiSuisse
  • Lisa Frunz, SBC-Zentralvorstandsmitglied und Verantwortliche Detailhandel, Confiserie Bebié in Luzern
  • Silvan Hotz, SBC-Präsident und Mitinhaber Bäckerei Hotz Rust in Baar
  • Jonas Inderbitzin, Acroscope
  • Peter Jauch, Präsident Schweizer Schnaps Forum
  • Nina Kobelt, Food-Journalistin Tamedia
  • Maximilian Niederberger, Carma in Zürich
  • André Richiger, Mitglied Schweizer Schnaps Forum
  • Rebekka Salzmann, Geschäftsführerin und mehrfach prämierte Barkeeperin
  • Juliana Thöny: Amtierende Weltmeisterin Konditorei-Confiserie, Hotel des Balances in Luzern
  • Naomi Wahl, Leiterin Chocolate Academy von Carma in Zürich
  • Florian Walpen, Vorstandsmitglied Schweizer Schnaps Forum
  • Sina Züger, Zweitplatzierte Konditorei-Confiserie SwissSkills 2022, Richemont Fachschule in Luzern.