Winterapfel flüssig

Die Gewinnerin des 2. Concours du Praliné à l’eau-de-vie steht fest: Ursula Schmid von der Confiserie Speck in Zug hat die Jury mit ihrer Kreation «Little Pear Crumble» überzeugt. Die weiteren Podestplätze gehen in den Thurgau und nach Zürich.

Von Lucas Huber

24. Dezember 2021

Cocktailrezepte

Ein Cocktail für die kalten Tage, der genügend festlich für die Festtage ist? Nico Kugler von der Bar «Laufwerk» in Liestal mixt uns einen Winterapfel in flüssiger Form.

 

Ein Apfel für den winter

Ein Winterapfel in flüssiger Form», sagt Nico Kugler verschmitzt und lässt seine Hände wirbeln. Der Bartender der «Laufwerk» in Liestal hat sich überlegt, wie er den Geschmack von Weihnachten in einen Cocktail zur Entfaltung bringt. Zimt müsste rein, na klar – und Apfel. So entstand der «Winterapfel». Die Zutaten dafür sind Apfellikör, Apfelsaft, Eiweiss, Zimtsirup und Zitronensaft, aufgegossen wird mit Wodka. Der lässt sich natürlich bestens mit .

Nico Kugler schlägt das Eiweiss auf, schüttelt die 4 cl Apfellikör mit entsprechenden 3 cl Wodka, weiteren 4 cl Apfelsaft, 3 cl Zimtsirup und dem Saft zweier Zitronen mit Eis auf, giesst das Ganze vorsichtig in einen mit Eiswürfeln vorbereiteten Tumbler und dekoriert mit einer Blätterteigkugel, in der ein Apfelschnitzchen steckt, Krümeln eines zerstossenen Butterkekses sowie einer Prise Zimtpulver.

Das Ei sorgt für Festigkeit, der Zimt bleibt obenauf und steigt einem bei jedem Schluck angenehm die Nasenwände hoch – und der Apfellikör, übrigens von der Brennerei Zuber in Arisdorf, ist ein Gedicht, man kann es nicht weniger abgedroschen formulieren. Wer übrigens keinen Zimtsirup vorrätig hat: Legen Sie über Nacht eine Zimtstange in den Wodka ein und lösen Sie zusätzlich einen Esslöffel Zucker darin auf. Der Wodka lässt sich übrigens vorzüglich durch einen Apfelbrand ersetzen, besagte Brennerei Zuber etwa stellt preisgekrönte Varianten aus lokalem Obst her.

Dass es das «Laufwerk» überhaupt gibt, grenzt an ein Märchen. Die Co-Inhaber Nico Kugler und Dominic Cavegn sind nämlich waschechte Quereinsteiger. Und ihrer Bar, die Mitte 2019 eröffnete, liegt ein Crowdfunding zugrunde. Seither bemüht sich das kleine Team, Gemütlichkeit, Genuss, Regionalität, Geselligkeit und einen gewissen Coolness-Faktor unter ein Dach zu bringen.

Zu den Obstbränden der Brennerei Zuber wie dem Apfellikör geht es hier: Brennerei Zuber

Rezept

4 cl                   Apfellikör
4 cl                   Apfelsaft
3 cl                   Wodka
3 cl                   Zimtsirup
2                       Zitronen, ausgepresst
1                       Eiweiss, aufgeschlagen
1                       Butterkeks, zerkrümelt

Eiweiss mit Apfellikör, Apfelsaft, Zitronensaft und Zimtsirup mit Eis schütteln, Tumbler mit Eiswürfeln vorbereiten, einfüllen, Butterkekskrümel darüber verteilen, mit einem hauchdünnen Apfelschnitz garnieren.

Laufwerk Liestal

Bilder: Jen Ries
https://jenries.com/

 

 

Kontakt

Ernst Zuber AG
Spezialitätenbrennerei

Mühlematt 20
4422 Arisdorf
Tel. +41 61 811 13 04

DIE GEWINNERIN

Ursula Schmid hatte bereits an der ersten Austragung des Wettbewerbs im Jahr 2022 teilgenommen. Sie belegte damals den zweiten Platz. Erster wurde vor zwei Jahren ihr Produktionsleiter: Markus Waser. Das freut besonders Peter Speck, in dessen Confiserie in Zug beide arbeiten: «Ich bin sehr stolz auf die Leistung von Ursula Schmid!» Natürlich wird das Praliné ins Sortiment aufgenommen.

«Unser Herz schlägt für die Kirsche, aber wir können auch Birne!», meint er mit einem Schmunzeln. Die Schwyzerin Ursula Schmid freute sich sehr über den ersten Preis, umso mehr als sie nicht mit einem Sieg gerechnet hatte. Wenn Ursula Schmid von ihrem Beruf zu sprechen beginnt, spürt man ihre Leidenschaft. «Mir gefällt das Kreative. Hier kann ich dies ausleben! Es ist schön, kann ich mit den Kuchen, Torten und Pralinés den Menschen Freude bereiten.»

 

DIE RANGLISTE

1. Rang: Ursula Schmid von Speck Genuss AG in Zug mit «Little Pear Crumble»mit rotem Williams (40 % vol.) von der Brennerei Heiner’s Destillate in Zug.
Das Praliné überzeugt mit einer harmonischen und einzigartigen Verbindung von Ästhetik, Geschmack und Textur. Die Konsistenz vereint Knusprigkeit, Zartheit und Samtigkeit auf eine bemerkenswerte Weise. Darüber hinaus ist das Aroma perfekt ausgewogen.

 

2. Rang: Lucia Röllin von der Confiserie-Bäckerei Mohn AG in Sulgen (TG) mit «Poire W cristallisée» mit Brennmeister Willams, Möhl (40 % vol.) von der Mosterei Möhl in Arbon
Bei diesem Praliné steht die Willamsbirne im Mittelpunkt. Die süssliche und sanfte Note des Williamsbirnen-Aromas harmoniert perfekt mit der dunklen Schokolade.

 

2. Rang: Lucia Röllin von der Confiserie-Bäckerei Mohn AG in Sulgen (TG) mit «Poire W cristallisée» mit Brennmeister Willams, Möhl (40 % vol.) von der Mosterei Möhl in Arbon
Bei diesem Praliné steht die Willamsbirne im Mittelpunkt. Die süssliche und sanfte Note des Williamsbirnen-Aromas harmoniert perfekt mit der dunklen Schokolade.

 

Der Wettbewerb

Der Wettbewerb wurde zum zweiten Mal durchgeführt. Er wurde vom Schweizerischen Bäcker- Confiseurmeister-Verband (SBC – www.swissbaker.ch) und von DistiSuisse (www.distisuisse.ch), der wichtigsten Schweizer Spirituosen Prämierung, ins Leben gerufen. Initiant ist der renommierte Foodsensoriker und -journalist Patrick Zbinden.

Die Kriterien

Für den Concours du Praliné à l’eau-de-vie Williams durften ausschliesslich Williamsdestillate, die eaus Schweizer Rohstoffen hergestellt sind, verwendet werden. Die Jury beurteilte unter anderem das Äussere, das Aroma und den Geschmack sowie die Textur
der Pralinés. Darüber hinaus musste ein regionaler Bezug ersichtlich und das Storytelling nachvollziehbar sein.

Die Jury

  • Patrick Zbinden, Jurypräsident, Food-Journalist, unabhängiger Lebensmittel-Sensoriker und «Ambassadeur du pain et chocolat».
  • Victor Egger, AOP/DistiSuisse
  • Lisa Frunz, SBC-Zentralvorstandsmitglied und Verantwortliche Detailhandel, Confiserie Bebié in Luzern
  • Silvan Hotz, SBC-Präsident und Mitinhaber Bäckerei Hotz Rust in Baar
  • Jonas Inderbitzin, Acroscope
  • Peter Jauch, Präsident Schweizer Schnaps Forum
  • Nina Kobelt, Food-Journalistin Tamedia
  • Maximilian Niederberger, Carma in Zürich
  • André Richiger, Mitglied Schweizer Schnaps Forum
  • Rebekka Salzmann, Geschäftsführerin und mehrfach prämierte Barkeeperin
  • Juliana Thöny: Amtierende Weltmeisterin Konditorei-Confiserie, Hotel des Balances in Luzern
  • Naomi Wahl, Leiterin Chocolate Academy von Carma in Zürich
  • Florian Walpen, Vorstandsmitglied Schweizer Schnaps Forum
  • Sina Züger, Zweitplatzierte Konditorei-Confiserie SwissSkills 2022, Richemont Fachschule in Luzern.